64. TID – DRV-Wanderfahrt auf der bulgarischen Donau von Kladovo nach Silistra

Tour International DanubienIn der Zeitschrift RUDERSPORT fanden wir eine Vorabankündigung von Rainer Engelmann, der die Fahrtenleitung dieser Tour übernehmen wollte . Diese Notiz genügte 4 Ruderinnen und Ruderern der LFRG/LRG und des LRK/LFRK, sich sofortin die Meldeliste einzutragen.

Wir hatten wohl alle den Artikel über „eine abenteuerliche Fahrt“ im Heft 10/2010der 55. Tour International Danubien (TID) auf unsere Wunschliste gesetzt, obwohl die Übernachtungen in Zelten zum Standard-Programm gehören. Diese Zeltplätzewerden eigens dafür geöffnet und bewacht, doch die hygienischen Bedingungen entsprechen nicht überall den heutigen Erfordernissen.Zu den Leitgedanken der TID gehörte die Kontaktpflege in den Zeiten des „KaltenKrieges“, doch wenn die Teilnehmerzahlen heutzutage auch niedriger sind, so erscheint sie nicht minder attraktiv.

Wir Lübecker freuten uns, nun als 4er Gruppe gemeinsam anreisen zu können und frischten Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse unserer „Jugend“ auf. Damals musste auch das gesamte Zeltgepäck herbeigeschleppt werden – meistens per Fahrrad.Zu der vom 8. 8. – 25. 8. 2019 dauernden Rudertour machten sich 20 Ruderbegeisterte auf: 13 waren noch im Arbeitsleben, die übrigen schon im Ruhestand. Alle wussten, dass das Tagesprogramm RUDERN war und dass es ein Leben unter einfachen Bedingungen war. Es gab kein WC – aber ein einfaches Plumps-Klo! Es gab immer kaltes Wasser zum Waschen, aus dem Schlauch oder in der Donau!

Mit dem Wetter hatten wir Glück: nur am ersten Tag regnete es ein wenig– danach war Bilderbuchwetter.Jeden Morgen wurden die täglich wechselnden Bootseinteilungen vom stellvertretenden Fahrtenleiter entgegengenommen... Die Ruderstrecke pro Tag betrug knapp 50 km. Aufgelockert wurden die Etappen durch erfrischende Badepausen am Donaustrand. Am Tagesziel angekommen, begann ein geschäftiges Treiben: bei der Errichtung der Zelte auf steinigem Untergrund waren wir u.a. auf einen einzigen Gummihammer eines Ruderkameraden angewiesen!

In vielen Orten wurden wir offiziell begrüßt: Bürgermeisteransprache, Folklore-, Tanz und Musikprogramm schufen unter allen Wassersportlern ein Gefühl der Gemeinschaft, einer Verbundenheit.

Zwei geplante Ruhetage nutzten wir in Vidin, um uns die dortige Burganlage undin Russe das orthodoxe Kloster anzusehen.Die Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge an der breiten, weiten, strömenden Donau bleiben nachhaltig und eindrucksvoll in Erinnerung. Zunächst mit Fernglas,dann mit bloßem Auge, sahen wir Scharen von Pelikanen und anderen zahlreichen Wasservögeln auf Sandbänken stehen. Die Ufer der Donau waren immer abwechslungsreich: hügelig, bergig, Kalksandsteingebirge und üppiger Baumbewuchs . Mitunter begegneten uns flussabwärts und flussaufwärts fahrende Hotelschiffe: unsere Steuerleute hatten dann Obacht auf die jeweiligen Wellen zu geben.

Die Reise war ein ungewöhnliches, abenteuerliches und schönes Erlebnis, das man mit Sicherheit nicht vergessen wird.