Rudern in Corona-Zeiten

Erst war gar kein Rudern möglich und so musste man sich begnügen mit Spazierengehen, Walken, Joggen, Fahrradfahren. Wobei mir natürlich klar ist, dass es in Corona-Zeiten ein relativ kleines Problem ist, nicht rudern zu dürfen. Zunächst war Joggen eine gute Option, auch ein Sport an frischer Luft. Aber dann wollte mein Körper  nicht mehr in dem Umfang durch die Gegend rennen und mein Kopf  fand es auch etwas langweilig.

Am 2. Mai kam die Nachricht für die ersten Lockerungen im Rudersport mit einer  DIN A 4-Seite Verhaltensregelungen und alles unter Aufsicht und mit Anmeldung. Dennoch, es war ein Lichtblick in diesen Zeiten, wo man ständig Absagen  verkraften musste und Zusagen Seltenheitswert hatten.

Und ich hatte fast noch nie (2001 ein einziges Mal) im Einer gesessen. Und vernünftig umdrehen konnte ich mich auch nicht.

Aber ich habe mir gesagt, ich muss es probieren. Beim Ein- und aussteigen und beim Einlegen des Steuerbordskulls war ich hilfsbedürftig. Das erste Mal, am 4. Mai, war bei nur drei geruderten Kilometern ziemlich anstrengend und ich war  für den Rest des Tages fertig. Aber eine ziemlich gute neue Erfahrung, ich bin nicht gekentert, die Ersatzklamotten kamen nicht zum Einsatz.

Richtig gut war, dass die Frauen, die da waren, mir Mut machten, „Du schaffst das.“ Und trotz Zittern und Zagen hat auch das 1. Mal schon Freude gemacht.

Und die Tore des Klubs waren endlich mal wieder offen und ein  paar Leute waren da und die ersten Klönschnacks wurden geklönt.

Beim 2. Mal ging es dann bis Hohenstiege, nächstes Mal bis zum Freizeitpark Moisling, dann bis Hamberge usw. Zunächst allein im Einer, dann mit 2 Einern neben- und/oder hintereinander. Später 2 Leute in einem Boot, die vorläufig an einander gebunden sind.

Jedes Mal auf dem Wasser war/bin ich glücklich.

Verbunden mit diesem Bericht über mein persönliches Ruderglück in Corona-Zeiten möchte ich meinen Dank ausrichten an den Verein/ die Vorstände, die mir/uns dies ermöglichten, mit Organisation und Booten. Ein besonderer Dank geht an Anna, die mit immer gleicher Freundlichkeit, Geduld und Hilfsbereitschaft parat war und bei allen o.g. Problemen und beim Boote tragen. Und was zunächst nach Aufsicht aussah, stellte sich heraus als ein wirklich guter Kontakt, auf den jetzt zu verzichten richtig schade ist. Zum einen, weil wir wieder frei und eigenverantwortlich (immer    noch 1 ½ Seiten Verhaltensregeln) agieren dürfen, zum anderen, weil Anna aufbricht in neue Welten.