Tagesausfahrten im „kleinen Grenzverkehr“

Am 13. Juli 2020 hatten sich zwei 5er-Fahrgemeinschaften zur 10er-Gruppe der „2020er-Sontagsruderer“ zusammengeschlossen und planten auch gleich eine gemeinsame Ausfahrt. Wie im letzten Jahr besprochen, sollte auch Johanna Langkau (jetzt in Bremen) wieder dabei sein. Der erstmögliche Termin war der 19. Juli.

Wohin fahren wir? Bei diesem schönen Wetter natürlich zum Baden nach Utecht.

Die Corona Formalitäten im Klub waren schnell erledigt. Aber wir hatten noch ein Problem. Es bestand ja nach wie vor das Einreiseverbot für Tagestouristen nach Mecklenburg. Ein Anruf beim Amt des Kreises Herzogtum Lauenburg brachte dann die erhoffte Entwarnung.

Die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verläuft am Ratzeburger See nicht etwa direkt am Ostufer, sondern ein Landstreifen dahinter in unterschiedlicher Breite gehört ebenfalls noch zu Schleswig-Holstein. Warum? Im Jahr 1290 kaufte Lübeck vom Herzog von Sachsen-Lauenburg den nördlichen Teil des Ratzeburger Sees einschließlich der möglichen Überschwemmungsgebiete. Die östliche Begrenzung dieser damals festgelegten Überschwemmungsgebiete bildet noch heute die Grenze zwischen Ost und West. Selbst die Russen hatten 1945 diese uralten Markierungen akzeptiert! So ist es nur logisch, dass auch nach der Grenzöffnung 1989 alles beim Alten blieb. Also: Der untere Bereich der Badestelle in Utecht gehört noch zu Schleswig-Holstein, ebenso der Bootsanlegesteg. Erst beim oberen Landsteg beginnt Mecklenburg.

Schön für uns. Das herrliche Ruderrevier der Wakenitz und dann der Ratzeburger See, gekühlte Getränke an Bord, Picknick- und Badepause in Utecht und auf der Rückfahrt Kaffee und Kuchen in Müggenbusch und das alles bei schönem Wetter und guter Stimmung in den Booten. Mehr geht nicht! Darum hatten wir schon vor der Rückkehr beschlossen, diese Fahrt vier Wochen später zu wiederholen. Und am 16. August hatten wir dann wieder optimale Bedingungen. Der nächste Sommer kommt bestimmt!